Mentales Training
Ich bin in meinem letzten Beitrag der Frage nachgegangen, weshalb viele Tennisspieler schlechte Verlierer sind und habe das darauf zurückgeführt, dass gar nicht so wenige meinen, durch Siege mehr zu gelten, was wiederum auf ein starkes Geltung- und Anerkennungsmotiv schließen lässt.
Motive sind die Triebfedern unsers Handelns. Je stärker ein Motiv ausgeprägt ist, umso stärker das Bemühen, es zu befriedigen. Im Tennis heißt das, dass die Intensität des Trainings, vor allem aber auch der Einsatz im Wettkampf und die Bereitschaft, Opfer für den Erfolg zu bringen, von der Stärke der Motive abhängt, von denen man meint, sie mit Tennis und den Erfolg in dieser Sportart befriedigen zu können. Ich habe in meiner Broschüre „Freude mit Tennis“ von einem Motivkreislauf gesprochen, der so aussieht, dass zunächst ein starkes Motiv da sein muss, um ein starkes Handeln zur Motivbefriedigung hervorzurufen. In der Folge wird die Motivbefriedigung als Erfolg empfunden, wodurch ein Gefühl der Freude aufkommt. Dieses wunderbare Gefühl der Freude, der Genugtuung und des Selbstwertes will immer wieder empfunden werden, was dazu führt, dass man erneut trainiert, erneut Erfolg haben will und erneut bereit ist, vieles zurückzustellen, was uns weniger wichtig bzw. kein starkes Motiv für uns ist.
In der Folge wollen wir uns fragen, welche Motive uns zum Tennis bringen, welche wir damit verwirklichen könnten, welche davon völlig normal sind und welche eventuell nicht unbedingt als sportlich angesehen werden können, vor allem aber wie wir durch Motivverwirklichung mehr Freude und Spaß am Tennis finden können.
Ihr Dr. Helmut Hauer